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Kosten der Veröffentlichung eines wissenschaftlichen Artikels

Ausgestellt am 14. September 2012 vom in Bildung, Wissenschaft

Mit der manifesten Durchdringung der Wissenschaften durch das Internet etablierten sich in den letzten Jahren, vorwiegend in den Naturwissenschaften, open-access Journale. Dies verändert den Prozess der Korrektur und des Korrekturlesens von Artikeln und können als Reaktion auf die immensen Kosten, die für Universitäten und Bibliotheken bei Bezug von Peer-Review Journalen entstehen, betrachtet werden. Der traditionelle Weg zu einer Veröffentlichung lag und liegt in der Bezahlung von an Hochschulen beschäftigten Wissenschaftlern für das Korrekturlesen, die bei Annahme des Artikels zu einer Publikation führt. Die Universitäten, die die organisatorische und inhaltliche Arbeit für das Erscheinen der Artikel durch eben diese Personalkosten finanzier(t)en, müssen die Zeitschriften deren Personal sie bezahlen abonnieren, um Ihren StudentInnen und WissenschaftlerInnen Zugang zu den Forschungsergebnissen gewähren zu können.

Neben diesen beiden Möglichkeiten der Finanzierung wissenschaftlicher Publikationen, korrigiert und unkorrigiert beziehungsweise open-access und traditionell, besteht die Alternative, dem jeweiligen Autor eines eingereichten Manuskripts die Kosten für die Englisch Korrekturarbeiten vor der Veröffentlichung aufzubürden. Des Weiteren werden hybride Konzepte der Veröffentlichungspraxis und deren vorgelagerter Prüfung auf inhaltliche sowie formale Korrektheit entwickelt. Die unterschiedlichen Kostenstrukturen führen bereits gegenwärtig zu einer outputgetriebenen Veränderung in der Publikationslandschaft und können sowohl ökonomisch als auch spieltheoretisch modelliert werden. Ergebnisse dieser Modellierung sind unterschiedliche Dilemmata für unterschiedliche Beteiligte der Publikationslandschaft. Generell kann diese Thematik eingeteilt werden in Kostenzuweisungen, wo diese entstehen (costs lie where they fall) oder Kostenteilung (burden sharing) zwischen einzelnen Beteiligten des Publikationsprozesses. In diesem Kontext muss auf so genannte nicht unerhebliche article processing charges (APC), die bei open-access Journalen teilweise erhoben und von dem jeweiligen Autor finanziert werden müssen, hingewiesen werden.

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Neben den Kosten können open-access Journale, die teilweise auf Korrekturlesen durch einen etablierten Peer-Review Prozess verzichten, wesentlich dynamischer und aktueller Forschungsergebnisse veröffentlichen. Dies ist unter anderem in Disziplinen bei denen hohe Datenvolumina anfallen, geboten. So ist insbesondere an Physik, Medizin und Biologie, da diese im letzten Jahrzehnt durch Massenscreenings enorme Datenmengen zu analysieren haben, zu denken.
Verifikation und Validierung wissenschaftlicher Ergebnisse verschieben sich bei open-access und hybrid angelegten Publikations- und Korrekturprozessen auf den Zeitpunkt nach der Publikation oder bereits durch den Autor vor der Einreichung eines Manuskripts. Die wissenschaftliche Korrektur verlagert sich demgemäß auf die Zeit nach Veröffentlichung einer Forschungsarbeit.
Eine weitere Problematik der hohen anfallenden Abonnementsgebühren in dem traditionellen und auch dem hybriden System besteht in faktischem Ausschluss einer Vielzahl von WissenschaftlerInnen, vorwiegend in nicht oder gering entwickelten Regionen der Welt.

Enago – Crimson Interactive Pvt. Ltd.
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